Karriere

Da stand ich also 1975 vor einer unklar erscheinenden Zukunft! Geboren in der zweiten Hälfte der 50iger Jahre des vorigen Jahrhunderts, aufgewachsen in den tumultuösen 60igern und frühen 70igern in Remscheid, einer Industriestadt im Bergischen Land, mit der mittleren Reife als Schulabschluss und einer abgeschlossenen Lehre als Elektriker, aber ohne Job – es war jetzt wohl Zeit, einen Kindheitstraum wahr zu machen, und so meldete ich mich für 12 Jahre zur Marine, um zur See zu fahren.

Bis zur tatsächlichen Seefahrt dauerte es neben diversen Lehrgängen und Stationen als Maat an der Marineschule Mürwik und Bootsmann im Flottenkommando noch ein bisschen, aber 1980 war es dann endlich soweit – ich erhielt ein Bordkommando als Elo-Meister auf einem Zerstörer in Wilhelmshaven. Die nächsten Jahre fuhr ich nun also zur See, war u. a. einige Zeit auf einem amerikanischen Lenkwaffenzerstörer eingesetzt, und stand wochenlang auf einem Flottendienstboot zur Aufklärung von Einheiten des Warschauer Pakts in See. Eine tolle Zeit – aber wollte ich so die nächsten 35 Jahre weiter machen?

Die Antwort war ein klares „Nein!“ und so machte ich 1987 meine Fachhochschulreife nach, studierte Nachrichtentechnik in Kiel und stieg 1991 als Fernmeldeinspektoren-Anwärter bei der damaligen Post ein, wo ich bis 2003 überwiegend im Vertrieb tätig war. Ich wurde Vertriebsleiter im Geschäftskunden- und danach Key Accounter im Großkundenbereich und machte die Umwandlung von der Behörde Bundespost-Telekom zum modernen Unternehmen Deutsche Telekom AG mit.

Und dann war es 2003 auf einmal vorbei, es hatte mich aus heiterem Himmel erwischt, die Nachricht kam telefonisch im Urlaub – die Telekom baute massiv Personal ab, und ich gehörte zu denen, die man nicht mehr brauchte. Da ich die vergangenen 12 Jahre als Beamter beurlaubt gewesen war und einen außertariflichen Vertrag gehabt hatte, hieß das für mich, bei vollem (Beamten-)Gehalt zu Hause bleiben! Ein zunächst paradiesisches erscheinender, dann aber auch schnell unbefriedigend und langweilig werdender Luxus.

Aus diesem Grund begann ich an der Universität Flensburg ein Lehramts-Aufbaustudium in den Fächern Berufspädagogik, Englisch und Didaktik der Elektrotechnik, das ich Ende 2006 mit dem 1. Staatsexamen und der Note 1,2 abschloss. Auch das dem zweijährigen Referendariat folgende 2. Staatsexamen bestand ich mit der Note 1,3, wechselte dann vom Bundesbeamtenstatus in den eines Landesbeamten und setzt meine als Referendar begonnene Lehrtätigkeit an einem großen regionalen Berufsbildungszentrum, das mich übernommen hatte, als Studienrat fort. Daneben hielt ich an der Universität Flensburg noch einige Semester ein Proseminar für amerikanische Kriminalliteratur „American hard-boilded fiction“ ab.

Nach einigen Jahren wurde mir 2013 die Leitung einer berufsschulischen Abteilung angeboten, und ich wurde Ende 2014 noch zum Studiendirektor befördert, bevor ich dann 2019 in den Ruhestand ging. 

Und nun kann ich Musik machen und segeln soviel ich möchte! 🙂